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Fees

Gebührenmarkt und Miner-Anreize.

Block 957.317Live

Wie entstehen Gebühren?

Gebühren sind der Preis, den eine Transaktion für die Aufnahme in einen Block bietet.

Sie werden nicht als eigenes Feld in der Transaktion gespeichert. Stattdessen ergibt sich die Gebühr aus der Differenz zwischen allen Inputs und allen Outputs.

TRANSACTION FEEInput 060.000 satsInput 140.000 satsSumme der Inputs100.000 satsOutput 099.000 satsOutput 1500 satsSumme der Outputs99.500 sats=Fee500 sats2 Inputs2 Outputs

Wenn eine Transaktion zum Beispiel Inputs im Wert von 100.000 Sats verwendet und Outputs im Wert von 99.500 Sats erzeugt, bleiben 500 Sats übrig.

Diese 500 Sats sind die Transaktionsgebühr.

Sie gehen an den Miner, der die Transaktion in einen gültigen Block aufnimmt.

Wohin gehen die Gebühren?

Jede Transaktion in einem Block kann eine eigene Gebühr enthalten.

Diese Gebühren werden über alle Transaktionen im Block zusammengerechnet.

Der Miner darf diese Summe zusammen mit der Blocksubvention in der Coinbase-Transaktion an sich selbst auszahlen.

BLOCK REWARDBlockbelohnung738.242.774 sats=Blocksubvention625.000.000 sats+Transaction Fees113.242.774 sats4.272 TXBlock 825.000

Die Gebühren erscheinen also nicht als einzelne Zahlung an den Miner.

Sie entstehen als Differenz in den einzelnen Transaktionen und werden anschließend über die Coinbase-Transaktion eingesammelt.

Fee Rate: sats pro vByte

Für Miner ist nicht nur wichtig, wie hoch die absolute Gebühr einer Transaktion ist.

Entscheidend ist, wie viel Gebühr eine Transaktion pro belegter Dateneinheit zahlt.

Diese Gebühr pro Größe nennt man Fee Rate.

Fee Rate = Gebühr / Größe der Transaktion

Bei Bitcoin wird die Größe einer Transaktion meist in virtuellen Bytes angegeben, kurz vByte oder vB.

Die Fee Rate wird deshalb häufig in sats/vB angegeben.

500 sats Gebühr
/ 100 vB Transaktionsgröße
= 5 sats/vB

Wie diese virtuelle Größe berechnet wird, hängt seit SegWit vom Blockgewicht ab.

Ältere Transaktionen bleiben dabei weiterhin gültig: Bei Transaktionen ohne Witness-Daten zählt die gesamte Transaktion zu den Base-Daten. Dadurch entspricht ihre virtuelle Größe praktisch der rohen Transaktionsgröße in Bytes.

Der Unterschied entsteht erst durch SegWit, weil Witness-Daten im Blockgewicht anders gewichtet werden.

Eine genauere Erklärung findest du im Abschnitt Blockgewicht und virtuelle Größe.

Eine höhere absolute Gebühr bedeutet nicht automatisch eine höhere Priorität. Für Miner zählt vor allem, wie viele Sats eine Transaktion pro vByte bezahlt.

Warum gibt es Gebühren?

Gebühren entstehen, weil der Platz in einem Block begrenzt ist.

Wenn mehr Transaktionen bestätigt werden wollen, als in die nächsten Blöcke passen, konkurrieren sie um diesen knappen Platz.

Eine Gebühr ist deshalb kein fester Netzwerkpreis, sondern ein Angebot: Die Transaktion bietet dem Miner eine Belohnung dafür, dass er genau diese Transaktion in seinen Block aufnimmt.

Je höher die Gebühr pro belegtem Platz ist, desto attraktiver ist die Transaktion für Miner.

Gebühren sind außerdem Teil der Miner-Einnahmen. Zusammen mit der Blocksubvention bilden sie die Blockbelohnung.

Da die Blocksubvention ungefähr alle 210.000 Blöcke halbiert wird, werden Gebühren langfristig wichtiger für den ökonomischen Anreiz der Miner.

Was passiert bei zu niedriger Fee Rate?

Eine niedrige Fee Rate macht eine Transaktion nicht automatisch ungültig.

Sie kann weiterhin konsenstechnisch gültig sein, wenn ihre Inputs und Outputs korrekt sind und alle anderen Regeln erfüllt werden.

Ob sie jedoch von Nodes weitergeleitet, im Mempool gespeichert oder von Minern in einen Block aufgenommen wird, ist eine andere Frage.

Konsens:
Ist die Transaktion grundsätzlich gültig?
 
Policy:
Wird sie weitergeleitet und im Mempool akzeptiert?
 
Mining:
Lohnt es sich, sie in einen Block aufzunehmen?

Konsens prüft die grundsätzliche Gültigkeit, Policy entscheidet über Relay und Mempool-Aufnahme, Mining über die ökonomische Aufnahme in einen Block.

Wenn die Fee Rate im Vergleich zur aktuellen Nachfrage zu niedrig ist, kann die Transaktion lange unbestätigt bleiben.

Wallets können in solchen Fällen versuchen, die Gebühr nachträglich zu erhöhen, zum Beispiel mit RBF oder CPFP.